step-1 History

Im Januar 2009 ging es mit der Konstruktion des Fahrwerks los – einem Steckenpferd von Kerber, der die Fahrwerkskonstruktion für sportliche Serienfahrzeuge eines deutschen OEMs leitet. „Alles begann mit einem weißen Blatt Papier“, erinnert er sich.


History Mikar C301B

Zusammen mit einem Studenten des Rennteams Uni Stuttgart legte er die Fahrwerkskinematik fest. Darauf aufbauend entwarfen sie das Chassis nach dem Reglement C3 der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA). Anhand eines Chassis aus Sperrholz legten sie Pick-up-Punkte fest und stimmten die Ergonomie ab. Mitte 2010 gab es dann bereits einen Prototypen aus Vierkantprofilen und Baustahl.

Ende 2010 startete das Karosseriedesign – mit dem Ziel, möglichst viel Abtrieb zu erzeugen. Über sein Netzwerk konnte Kerber den Kontakt zu Nick Galbraith herstellen. Der Designer arbeitete unter Adrian Newey bis 2007 als Aerodynamiker bei McLaren und konnte für das Projekt begeistert werden. Trotz einer Vielzahl an eigenen Projekten wirkte Galbraith fast zwei Jahre an der Designentwicklung mit – begleitete beispielsweise auch die Simulationen.
„Der Mann ist ein Genie!“, freut sich Kerber heute über die Ergebnisse der Zusammenarbeit. Begeistert fügt er hinzu: „Wir sind deshalb so schnell, weil die Aerodynamik granatenmäßig funktioniert.“

Im Oktober des Jahres 2011 fertigen Heggemann und CP Autosport das erste Chassis und im März 2012 war das Rolling Chassis fertig. In dieser Phase, als alle Beteiligten darauf brannten, das Auto fertigzustellen, den Startknopf zu drücken und ein erstes Mal den Motor aufheulen zu hören, fehlte eben dieser. Der Motorenpartner lieferte nicht – das Projekt verzögerte sich um mehr als sechs Monate.
Doch zum Glück für das Forschungsobjekt Step-1 ist Kerber im Motorsport bestens vernetzt. Holger Spiess sprang in die Bresche und lieferte im August 2012 einen 2-Liter-Spiess- Motor auf Formel-3-Basis. Das Aggregat bringt in der ersten Ausbaustufe 285 PS. Ein Jahr später waren dann alle Bodywork-Teile fertig und die Abgasanlage von Eisenmann montiert. „Das war noch mal ein größerer Meilenstein“, erinnert sich Kerber. So war es dem Projektteam möglich, das Auto auf der IAA 2013 den Messebesuchern auf dem Stand von Kontec zu präsentieren.

ERSTE TESTS IN PADERBORN
Ein spannender Moment war im April 2014 gekommen. Die erste Testfahrt, auf dem Flugplatz Paderborn, stand auf dem Programm. Das Auto war bereit für den Einsatz auf der Straße.
Bis zu den ersten Rennen gibt es jedoch noch einiges zu tun. Es erfolgten mehrere Tests auf dem Oval in Boxberg und am Bilster Berg. Dort stellte der Fahrer Sven Barth mit dem Mikar einen neuen Streckenrekord auf. Zwischenzeitlich wurde das C3-Reglement durch E2/SC abgelöst, weshalb noch mal einige Umbauten am Fahrzeug notwendig werden. Abschließend sollen diese nun im kommenden Winter erfolgen, so dass die Homologation des Fahrzeugs durch die FIA für 2017 angestrebt wird.

Text: Sven Prawitz